Kalingeling – Verdienstkonzepte im Netz

Amazons Kindle-Shop startet in Deutschland

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Diese Woche (genauer: am 21.04.2011) startete Amazon seinen Kindle-Shop auch in Deutschland.

Laut Pressemitteilung bietet Amazon 650.000 Titel (davon 25.000 deutschsprachige) an, darunter 71 der derzeit aktuellen Spiegel-Bestsellerliste. Zeitgleich können deutsche Kunden auch die neusten Kindle-Modelle (mit englischsprachiger Benutzerführung) kaufen. Nutzt man keinen Kindle, kann man sich die kostenlosen Kindle-Apps für iPad, iPod touch, iPhone, PC, Mac sowie android-basierte Endgeräte herunterladen.

Über die Kindle Direct Publishing Plattform hat nun jeder deutsche Autor die Möglichkeit, eigene Werke im Selbstverlag zu veröffentlichen und damit Tantiemen in Höhe von 70% des Verkaufserlöses einzustreichen. Das klingt zunächst viel, dürfte jedoch tatsächlich nur für Ebook-Bestseller befriedigende Einkünfte bringen. Der Großteil der angebotenen Werke wird hingegen für qualitätsorientierte Leser mangels Lektorat, Layout oder Thema wohl uninteressant sein. Vielmehr ist in vielen Schriftsteller- und Buchliebhaberforen dieser Tage verstärkt die Befürchtung zu lesen, dass mit dem Kindle Direct Publishing der Büchermarkt von qualitätsloser Massenware überschwemmt wird. Mag sein, aber das Bezahlfernsehen gibt es wider Erwarten auch noch, trotz (oder gerade wegen?) Gerichtsshows, DSDS und Teletubbies. Es werden sich immer Kunden finden…

Viel interessanter ist es, ob der Kindle-Shop speziell in Deutschland gedeihlich sein wird. Schließlich werden Ebooks bisher erfolgreich von Verlagen und deren angeflanschten Lobbygruppen durch Buchpreisbindung, den normalen Mehrwertsteuersatz von 19% und DRM-Knebel sabotiert. Schon deshalb beobachten ausländische Verlage den deutschen Kindle-Shop mit großem Interesse. Bei Erfolg dürften deren Ebook-Preisstrukturen ein bisschen durchgerüttelt werden.

Die selbstverlegenden Autoren erhalten jetzt natürlich die Gelegenheit, eine weitaus bekanntere Plattform zu nutzen als die bisherigen, eher unbekannten Ebook-Portale (z. B. XinXii, LuLu, epubli). Ich bin gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte und Amazons Bestsellerlisten.

Geschrieben von Michael

23. April 2011 um 16:19

Veröffentlicht in Ebook, Vertriebswege

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